Letztes Geleit

 

Letztes Geleit

Im Schützenwesen der Bruderschaften sind noch heute viele Bräuche und Aktivitäten erkennbar, die aus den Ursprüngen der Schützenbruderschaften herrühren und im Laufe der Zeit verkümmerten oder dem Wandel der Zeit unterworfen wurden.

Zum Beispiel beim Tod eines Schützenbruders. So besteht heute noch der Brauch, Schützenbrüder - natürlich auch Schützenschwestern - durch eine Abordnung mit der Fahne zu Grabe zu geleiten. So gibt man dadurch zu bedenken, dass in den ersten Jahrhunderten der Bruderschaften solche Ehre den Männern zuteil wurde, die für die Bewohner einer Gemeinde sich eingesetzt hatten oder für die Gemeinschaft sogar ihr Leben geopfert hatten. Mitglieder einer Bruderschaft konnten deshalb bei den Altvorderen nur wahrhaft tüchtige Männer werden, wehrhaft, geradlinig und wahrhaft gläubig, die bereit waren, in schweren Zeiten Not, Untaten und Unrecht schützend abzuwehren von den Familien, von der Gemeinde und erst recht von der Kirche und dem Allerheiligsten.

Bis zum Ende der siebziger Jahre war es in Laffeld üblich, beim Tod eines Schützenbruders die Mitglieder der Bruderschaft zur Teilnahme am Begräbnis einzuladen. Zwei Schützenbrüder zogen abends mit einer "dicken Tromm" - eigens für diesen Zweck vorhanden - durchs Dorf. Durch einen dumpfen Paukenschlag bei jedem Schützenbruder wurde er zur Begräbnisfeier eingeladen. Heute geschieht das in der Regel durch eine Notiz in der Zeitung. Wenn die Angehörigen einverstanden sind, geleiten auch heute noch bei der Beerdigung sechs Schützenbrüder als Träger den Verstorbenen zur letzten Ruhestätte. Offiziere in Uniform und Schützen der St. Josef-Bruderschaft sind mit der Fahne anwesend, die mit dem Trauerflor versehen ist, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Bei den Schützenmessen, bei der Generalversammlung und bei besonderen Anlässen wird der verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft besonders gedacht.

Friedhof Laffeld um 1980

Friedhof Laffeld vor dem zweiten Weltkrieg